Über GIRAS

Die GIRAS repräsentiert führende Agenturen mit umfassendem Dienstleistungsangebot im Bereich Investor Relations (IR) in der Schweiz. Ihr Ziel ist es, einen hohen Qualitätsstandard für IR-Dienstleistungen zu setzen, die Markttransparenz zu erhöhen, sowie die Weiterbildung zu fördern.
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Die Wichtigkeit der Stimmrechtsberater ist nicht zu unterschätzen

Stimmrechtsberater gewinnen bei Generalversammlungen an Bedeutung 

Die erfolgreiche Durchführung einer Generalversammlung erfolgreich durchzuführen und dabei für jedes einzelne Traktandum eine möglichst hohe Zustimmung der Aktionäre zu erreichen, ist anspruchsvoller geworden. Neben der Einhaltung rechtlicher Vorschriften wird es auch wichtiger, bereits vor einer Generalversammlung abzuklären, ob und in wieweit möglicherweise einzelne Verhandlungsgegenstände sehr kritisch beurteilt werden könnten. Da in der Schweiz in den letzten Jahren, sowohl die Rechte und als auch die Pflichten der Generalversammlung börsenkotierter Unternehmen erweitert wurden, gewinnen die Abstimmungsempfehlungen von nationalen und internationalen Stimmrechtsberatern an Bedeutung und Gewicht.

Seit 2014 muss die Generalversammlung von Schweizer Unternehmen, die an einer Börse kotiert sind, zusätzlich zu den bisher üblichen, gesetzlich vorgeschriebenen Traktanden u.a. auch über die Wahl des Verwaltungsratspräsidenten, die Mitglieder des Vergütungsausschusses sowie über den unabhängigen Stimmrechtsvertreter abstimmen. Ab dem Jahr 2015 ist bindend über die Vergütung der einzelnen Unternehmensorgane abzustimmen. Zudem kommt für Vorsorgeeinrichtungen in der Schweiz (die dem Freizügigkeitsgesetz vom 17. Dezember 1993 unterstehen) die Abstimmungspflicht hinzu und die Vorsorgeeinrichtungen müssen ihr Stimmverhalten ihren Versicherten gegenüber transparent machen.

Aktive IR-Arbeit wird immer wichtiger

In Zukunft wird es für einen Emittenten immer wichtiger, zu wissen welche Empfehlungen die verschiedenen Stimmrechtsberater betreffend Traktanden einer Generalversammlung abgeben werden. Die Kriterienkataloge, an Hand dessen die Stimmrechtsberater ihre Empfehlungen für oder gegen einen Verhandlungsgegenstand abgeben, können in der Regel auf den jeweiligen Websites abgerufen werden. Allerdings sind diese Kriterienkatalogen keine verbindlichen Checklisten. Die Investor Relations-Aktivitäten müssen daher aktiv auf den regelmässigen Dialog mit den Vertretern der verschiedenen nationalen und internationalen Stimmrechtsberater ausgeweitet werden.

Mit Blick auf die zukünftige Stimmpflicht von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen ist es für den Emittenten bei seiner regelmässigen IR Arbeit wichtig, neben der Diskussion der Investment Story auch spezifische Themen zum umfassenden Bereich Corporate Governance aktiv zu adressieren. Dies ist vor allem deswegen von Bedeutung, da in der Schweiz zwischen der Einladung zur Generalversammlung, also der Bekanntgabe der Traktandenliste, und der Durchführung der Generalversammlung üblicherweise nur etwas mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen 20 Tage liegen. Diese Zeitspanne ist für vertiefende oder klärende Gespräche relativ kurz, vor allem wenn man berücksichtigt, dass viele Generalversammlungen zwischen März und Mai stattfinden. Angesichts der zunehmenden Komplexität der Unternehmensanalyse und der Entscheidungsfindung über einzelne Verhandlungsgegenstände an Generalversammlungen werden institutionelle Investoren vermehrt die Abstimmungsempfehlungen von Stimmrechtsberatern als Entscheidungsgrundlage berücksichtigen.

Fazit

Die Bedeutung und der Einfluss der Stimmrechtsberater haben in jüngster Zeit zugenommen auch wenn man davon ausgehen kann, dass die institutionellen Investoren und die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen Empfehlungen der Stimmrechtsberater zu einzelnen Traktanden der Generalversammlung weder unkritisch noch 1:1 übernehmen werden. Es ist und bleibt die Aufgabe des Emittenten, den regelmässigen Dialog mit allen Teilnehmern des Kapitalmarktes – also auch mit den Stimmrechtsberatern – zu führen, um mögliches Konfliktpotenzial rechtzeitig zu erkennen und damit gegebenenfalls unliebsame Überraschungen an einer Generalversammlung zu vermeiden.

 

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Tolxdorff & Eicher Consulting

Dr. Theresia Tolxdorff

28. Juli 2014

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